Wissenschaftskommunikation - nur Eigenwerbung?
Die wenigsten wissen es. Dortmund hat einen Ausschuss für Wirtschafts-, Beschäftigungsförderung, Europa, Wissenschaft und Forschung. Unser sachkundiger Bürger Jonah Blank hat für diesen Ausschuss (18.3.2026) deshalb Fragen zum Thema "Wissenschaftskommunikation” vorbereitet. Hier sind sie:
Die Fraktion Die Linke und Tierschutzpartei bittet die Verwaltung um Beantwortung folgender Fragen:
1. Welche Maßnahmen zur Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte an die breite Öffentlichkeit existieren derzeit über einzelne Veranstaltungen (z. B. die Dortmund Science Night) hinaus? Sieht die Verwaltung darüber hinaus Möglichkeiten, Wissenschaftskommunikation systematischer im Stadtraum sowie im öffentlichen Leben der Stadt zu verankern?
2. Wissenschaftskommunikation lebt derzeit häufig vom ehrenamtlichen Engagement von Forschenden, die sich neben ihrer eigentlichen Arbeit für den Austausch mit der Öffentlichkeit einsetzen. Gibt es eine strategische Konzeption zur Anerkennung und Förderung dieses Engagements sowie zur Unterstützung durch geeignete Infrastruktur oder organisatorische Rahmenbedingungen seitens der Stadt?
3. Gibt es Bestrebungen, im Zusammenhang mit großen Forschungsprojekten (z. B. Exzellenzclustern wie “Color meets Flavor”) Formate zu entwickeln, in denen die Forschenden selbst als Gesprächspartner für Bürgerinnen und Bürger erleb- und sichtbar werden, sodass ein direkter Austausch zwischen Wissenschaft und Stadtgesellschaft ermöglicht wird?
Begründung:
Im Rahmen des Masterplans Wissenschaft wurden in den vergangenen Jahren wichtige Schritte unternommen, um Dortmund als Wissenschaftsstandort sichtbar zu machen. Viele der dort genannten Maßnahmen dienen jedoch in erster Linie der Außendarstellung und Profilierung Dortmunds als “Wissenschaftsstadt”.
Wissenschaftskommunikation im engeren Sinne - also der direkte Austausch zwischen Forschenden und Stadtgesellschaft zur niedrigschwelligen Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte - wird darin zwar als Ziel benannt, erscheint jedoch bislang vor allem punktuell in Form einzelner Veranstaltungen und Initiativen. Gerade dieser Austausch ist jedoch essenziell, um Vertrauen in Wissenschaft zu stärken, Akzeptanz für Forschung zu fördern und wissenschaftliche Themen stärker im gesellschaftlichen Alltag und im öffentlichen Raum zu verankern.
