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Moritz Heller

Streetwork in Dortmund sichern: Fraktionen bringen erfolgreich Dringlichkeitsantrag in den Rat ein

Die Fraktionen Die Linke & Tierschutzpartei, SPD sowie Bündnis 90/Die Grünen + Volt haben  zur Ratssitzung am 09.07.2026 einen gemeinsamen Dringlichkeitsantrag eingebracht, um die Arbeit des Streetworks in Dortmund kurzfristig zu sichern. Der Antrag wurde vom Rat mehrheitlich so beschlossen.

Hintergrund ist die prekäre Situation des Streetwork-Cafés in der Leopoldstraße, das seit Mitte Mai aufgrund eines Schimmelbefalls nicht mehr genutzt werden kann. Nach Einschätzung der Landesarbeitsgemeinschaft Streetwork/Mobile Jugendarbeit NRW kann das Angebot seitdem nur noch stark eingeschränkt aufrechterhalten werden. Vertrauliche Beratung, Aufenthaltsmöglichkeiten und niedrigschwellige Hilfen für junge Menschen sind derzeit nur eingeschränkt möglich.

Die Situation lässt keinen Aufschub zu

Für die antragstellenden Fraktionen ist klar, dass diese Situation keinen Aufschub zulässt. „Wenn ein Angebot wegfällt, das für viele junge Menschen die erste und oft einzige Anlaufstelle ist, muss die Stadt unverzüglich handeln“, erklärt der kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecher Moritz Heller für Die Linke & Tierschutzpartei. Auch für die dort tätigen Beschäftigten ist der derzeitige Zustand untragbar. Deshalb werde der Antrag als Dringlichkeitsantrag eingebracht.

Auch die SPD sieht akuten Handlungsbedarf. „Streetwork ist gelebte Prävention. Jeder Tag, an dem diese Arbeit nur eingeschränkt möglich ist, verschärft die Probleme für die Betroffenen und erhöht den Druck auf andere Hilfesysteme“, so Anna Spaenhoff, Vorsitzende des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie.

Dauerhafte Lösung muss entwickelt werden

Der Antrag fordert die Verwaltung auf, umgehend geeignete Übergangsräume bereitzustellen, damit Beratung, Versorgung und Beziehungsarbeit wieder in einem angemessenen Rahmen stattfinden können. Gleichzeitig soll parallel eine dauerhafte Lösung für den Standort entwickelt werden. „Gute Jugendhilfe braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Die müssen wir jetzt schnell wieder schaffen“, betont Britta Gövert, stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie, für Bündnis 90/Die Grünen & Volt.

Bis dahin soll das Angebot so umfassend wie möglich abgesichert und die politischen Gremien regelmäßig über den Stand informiert werden.

Die Fraktionen sind sich einig: Das Dortmunder Streetwork ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Jugendhilfe. Die aktuelle Situation darf nicht dazu führen, dass junge Menschen den Zugang zu Unterstützung verlieren oder die Beschäftigten ihre wichtige Arbeit dauerhaft unter unzureichenden Bedingungen leisten müssen. Deshalb ist schnelles Handeln jetzt notwendig.

UPDATE

In der Ratssitzung hatte Anna Spaenhoff (SPD) die Situation vor Ort als “unzumutbar” geschildert. Diese sei weder den Beschäftigten noch dem Klientel zuzumuten.

Moritz Heller, Ratsmitglied für Die Linke & Tierschutzpartei, wetterte, dass es unglaublich sei, dass die Stadtverwaltung nicht darüber informiert habe, dass so ein zentrales Angebote derzeit nicht funktioniere. Seit zwei Monaten Monaten werde nur ein Minimalprogramm gefahren, die wichtigste Überlebenshilfe für junge Menschen, der Erhalt von warmen Essen, die postalische Erreichbarkeit, die Möglichkeit zu Duschen… alles sei eingeschränkt. Seit Mai bereits könnten die Mitarbeitenden ihrer  herausfordernden und wertvollen Arbeit nicht mehr vernünftig nachzukommen. 

Nun hat die Mehrheit des Rates beschlossen, dass unverzüglich eine Übergangslösung angeboten werden muss, aber auch, dass dauerhaft nutzbare Räume zur Verfügung gestellt werden müssen.  

 

 

 

 

 

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