Olympia im Ruhrgebiet? Ernsthaft?

Die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 sollen im Ruhrgebiet - auch in Dortmund - stattfinden. Das  wünscht sich der CDU-Ministerpräsident. Und das  wünschen sich auch viele Politiker*innen in Dortmund. Die Linksfraktion ist dagegen. Viel zu teuer. Und viel zu aufwändig. Dennoch zeichnet es sich ab, dass die Mehrheit sich für die Bewerbung um die Olympischen Spiele aussprechen wird. Die Linksfraktion hat deshalb viele Fragen für den Finanzausschuss am 5.2.26 vorbereitet:  

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

der Rat hat in seiner Sitzung am 18. Dezember 2025 beschlossen, einen Ratsbürgerentscheid zum Thema der Bewerbung zu den Olympischen Spielen 2036, 2040 und 2044 durchzuführen.  Dazu bittet die Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei um eine Stellungnahme der Verwaltung zu nachstehenden Fragen und Punkten:

1) Der Kämmerer hat eine Haushaltssperre bis zum 31.3. angeordnet (siehe DS 00861-26). Damit sind zusätzliche außerplanmäßige Mehraufwendungen für freiwillige Leistungen nicht mehr möglich. Die Beschlussvorlage DS 00264-25 weist für den Ratsbürgerentscheid und damit verbundene Marketingmaßnahmen eine überplanmäßige Mehraufwendung von 1,4 Mio. Euro aus, von denen 380.000 Euro nicht vom Land erstattet werden. 
Die Durchführung des Ratsbürgerentscheides wäre demnach unter den Bedingungen der Haushaltssperre nicht möglich. Wie beabsichtigt die Verwaltung mit diesem Umstand umzugehen?

2) Das Land NRW plant nach Medienberichten in Dortmund Spiele für den Fußball- und den Handballwettbewerb durchzuführen. Sind noch weitere Wettbewerbe im Rahmen der olympischen und paralympischen Spiele nach der Abänderung des Rhein-Ruhr-Konzeptes durch Ministerpräsident Wüst für Dortmund geplant oder werden die Spiele in Dortmund auf diese beiden Wettbewerbe beschränkt?

3) Der Vorlage zum Ratsbürgerentscheid lag eine Terminleiste zur Durchführung des Ratsbürgerentscheides bei. Dabei war eine Abgabemöglichkeit für Stellungnahmen der beteiligten Ratsfraktionen nicht konkretisiert worden. Wir bitten die Verwaltung darum, die Möglichkeiten zur Stellungnahme hinsichtlich des möglichen Umfanges und der Terminierung zu konkretisieren.

4.1) In welchen Sportstätten sollen diese Wettbewerbe in Dortmund durchgeführt werden und in welchem Zustand werden diese Sportstätten zum Zeitpunkt der Olympischen Spiele, z. B. im Jahre 2044 sein? 

a. Welche laufenden Instandhaltungskosten sind notwendig, um alle etwaigen Sportstätten für einen olympischen Wettbewerb in Stand zu halten? Welches Finanzierungskonzept stellt sicher, dass der Westfalenhallen GmbH kein existenzieller wirtschaftlicher Schaden entsteht? Inwieweit ist der BVB in die Planungen für das Westfalenstadion eingebunden?

b. Welche zusätzlichen Investitionen wäre ggf. notwendig, um 2044 für die Olympischen Spiele konkret wettbewerbstauglich und IOC-tauglich zu sein? 

4.2) Welche zusätzlichen Infrastrukturprojekte sind für Wettkampfstätten erforderlich: Autoparkplätze, Fahrradparkplätze, ÖPNV-Anbindung, Straßenausbau und Straßenzubringer, Trainingsplätze etc. 

4.3) Liegen der Stadtverwaltung Anfragen und Anforderungen des Landes NRW vor?  Wenn ja, welche und seit wann?

5) Die Bewerbung für Olympia erfordert nicht nur Maßnahmen an und in den Sportstätten, sondern auch in der Gesamtstadt. Vom DOSB sind solche Maßnahmen in dem Bewertungskriterium „Infastrukturelle Sonderprojekte“ enthalten. D.h. die fließen mit in die Gesamtbewertung der Bewerbung ein. 
Wir haben dazu folgende Fragen:

5.1) Welche zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen und Kosten sind für die Austragungsorte bzw. Bewerberstädte erforderlich, z. B. für eigene Event-Orte bzw. Veranstaltungen?  
Wie wird die gegenwärtige sicherheitspolitische Lage in diesen Kosten berücksichtigt? 

5.2) Welche weiteren stadtweiten Infrastrukturmaßnehmen sind in Dortmund grundsätzlich notwendig, die sich im Rahmen einer Olympia-Bewerbung durch ein großes Personenaufkaufkommen ergeben? 
5.3) Mit was für einem Zeitfenster rechnet die Verwaltung für den Transport mit dem ÖPNV vom Hauptbahnhof Dortmund zu den Wettkampfstätten? 
Welche Gesamttransportzeit wird damit ausgehend von dem Spielstätten im Großraum Köln zu den Wettkampfstätten in Dortmund erzielt? 
Wie deckt sich diese Zeit mit den Anforderungen  des IOC? 
Werden durch die Diskrepanz weitere Investitionen ausgelöst? 

5.4) Welche Planungen und Projekte gibt es für den sogenannten „Olympia-Shuttle“ für die Sportler*innen, Trainer*innen und Funktionär*innen in Dortmund?