UPDATE - Antrag zu Atomtransporten abgelehnt! Mehrheit gegen den Schutz der Bevölkerung
Es rollen wieder Atomtransporte durch NRW. Doch beim Thema Urantransporte zeigt sich ein enormer Unterschied zwischen den Städten Münster und Dortmund: Der Rat der Stadt Münster hat klar gehandelt: Dort wurde eine Resolution gegen Uran- und Castortransporte beschlossen – mit den Stimmen von Grünen, SPD, Linke, Volt, ÖDP und Die PARTEI.
„Bei uns in Dortmund dagegen wurde ein ähnlicher Antrag im Ausschuss für Klima, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen abgelehnt. SPD, CDU und AfD stimmten dagegen. Die Grünen enthielten sich – statt klar Stellung zu beziehen. Nur unsere Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei stimmte für den Antrag“, sagt Helmut Pruß, stellv. Vorsitzender der Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei.
Pruß weiter: „Das bedeutet: Während in Münster eine breite Mehrheit den Schutz der Bevölkerung ernst nimmt, fehlt dieser Wille in Dortmund. Dabei fahren Züge mit hochgefährlichem Uranhexafluorid ganz in der Nähe der Dortmunder Stadtgrenze vorbei – unter anderem bei Dortmund-Brechten. Uranhexafluorid ist extrem gefährlich. Bei einem Unfall kann sich giftige Flußsäure bilden. Eine solche Säurewolke kann sich schnell ausbreiten – und selbst geschlossene Fenster bieten keinen ausreichenden Schutz.“
Hinzu komme ein weiteres Risiko: Solche Transporte können auch ein mögliches Ziel für Sabotage oder terroristische Angriffe sein. Gerade deshalb fordern viele Initiativen seit Jahren, diese Transporte zu reduzieren oder ganz zu beenden. „Andere Städte übernehmen Verantwortung. Dortmund leider nicht. Wer sich beim Schutz der Bevölkerung enthält oder dagegen stimmt, setzt ein falsches Signal“, ergänzt Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei.
Pressemitteilung vom 10.3.2026
Keine Atomtransporte im Raum Dortmund. Gesundheit und Umwelt schützen
Die Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei im Rat der Stadt Dortmund hat einen Antrag eingebracht, der sich klar gegen Atomtransporte im Umfeld der Stadt richtet. Ziel ist es, die Bevölkerung sowie Umwelt und zukünftige Generationen vor den Risiken radioaktiver Stoffe zu schützen.
Im Antrag wird gefordert, Transporte von Uranhexafluorid zur und von der Urananreicherungsanlage in Gronau im Umfeld von Dortmund konsequent abzulehnen. Gleichzeitig wird die Stadtverwaltung aufgefordert, gegenüber dem Betreiber Urenco und den zuständigen Bundesbehörden darauf zu drängen, solche Transporte dauerhaft aus dem Umfeld der Stadt auszuschließen.
Darüber hinaus wendet sich die Fraktion entschieden gegen die geplanten Castortransporte mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich sowie vom Forschungsreaktor Garching in das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus. Auch mögliche Streckenführungen über Dortmund oder im näheren Umfeld der Stadt, insbesondere über die Autobahnen A1, A2 und A45, werden abgelehnt.
Aus Sicht der Fraktion stellt jeder Transport radioaktiver Stoffe ein zusätzliches und vermeidbares Risiko dar. „Dies gilt besonders für dicht besiedelte Regionen wie das Ruhrgebiet. Uranhexafluorid ist ein hochgefährlicher Stoff, der bei Unfällen schwere gesundheitliche Schäden verursachen kann. Bei Kontakt mit Luftfeuchtigkeit entstehen giftige und stark ätzende Substanzen, die für Menschen lebensbedrohlich sein können“, sagt Ratsmitglied Marianne Süßmuth.
Hinzu kommen sicherheitspolitische Risiken. Sabotage, Terrorgefahren oder Angriffe mit Drohnen zeigen, dass Atomtransporte selbst bei hohen Sicherheitsvorkehrungen nicht vollständig geschützt werden können.
Auch die geplanten Castortransporte nach Ahaus stoßen auf deutliche Kritik. Der Transport von 152 Castorbehältern wäre die größte Serie dieser Art in der Geschichte der Bundesrepublik und würde sich über einen langen Zeitraum erstrecken. Wegen möglicher Ausweichrouten und der angespannten Verkehrsinfrastruktur kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Dortmund von diesen Transporten betroffen wäre.
Die Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei spricht sich stattdessen für sichere Zwischenlagerlösungen an den bisherigen Standorten aus. Radioaktiver Abfall soll nicht quer durch das Land transportiert werden, sondern möglichst dort gelagert werden, wo er entstanden ist. Gleichzeitig fordert die Fraktion einen vollständigen Atomausstieg. Dazu gehört aus ihrer Sicht auch die Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau, der Brennelementefabrik in Lingen sowie des Forschungsreaktors in Garching.
„Der Schutz von Leben, Gesundheit und Umwelt muss Vorrang vor den Interessen der Atomindustrie haben. Dortmund darf kein Teil von Atomtransporten werden“, erklärt Ratsmitglied Helmut Pruß für die Fraktion Die Linke und Tierschutzpartei.
