Eine PRIMUS-Schule für Dortmund?
Bekommt Dortmund eine PRIMUS-Schule? Die Fraktionen von GRÜNE & Volt, Die Linke & Tierschutzpartei sowie SPD haben jetzt einen Antrag im Schulausschuss (4.11.) gestellt. Das ist der Inhalt:
(Im Bild: die schulpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei, Angelika Remiszewski).
Die Verwaltung wird gebeten, eine Inhaltliche Einschätzung zu PRIMUS-Schulen sowie zum Bewerbungsverfahren zu geben. Dabei bitten wir insbesondere um die Beantwortung der folgenden Fragen:
1) Welche Kenntnisse hat die Verwaltung über die Arbeit der bisherigen fünf PRIMUS-Schulen in
NRW?
2) Inwieweit hat sich die Verwaltung bereits generell mit dem Konzept der PRIMUS-Schulen
befasst?
3) Unter welchen Voraussetzungen kann sich die Verwaltung eine PRIMUS-Schule für Dortmund
vorstellen?
4) Welche vorhandenen Schulen würden sich dafür eignen?
5) Welche Kenntnisse hat die Verwaltung über das Bewerbungsverfahren für die im 19.
Schulrechtsänderungsgesetz angekündigte Ausweitung von bis zu sechs weiteren Primus
Schulen in NRW?
6) Welche Initiativen kann und wird die Verwaltung ergreifen, um Schulen auf die Schulform
aufmerksam zu machen, sie darüber zu informieren und auf dem Weg zu einer PRIMUS-Schule zu
unterstützen?
Begründung:
Seit dem Schuljahr 2013/14 gibt es in NRW fünf sogenannte PRIMUS-Schulen als Schulen des längeren gemeinsamen Lernens. Kinder bleiben dabei von Klasse 1 bis 10 in derselben Schule, ohne nach der vierten Klasse auf eine weiterführende Schule zu wechseln. PRIMUS-Schulen verbinden Grundschule und Sekundarstufe I und sind als Schulversuch konzipiert. An den fünf Schulen wird erprobt, in welcher Weise die Arbeit der Grundschulen in die der weiterführenden Schulen einbezogen werden kann. Erforscht wird außerdem, welche Auswirkungen das längere gemeinsame Lernen unter diesen besonderen Bedingungen auf das Lernverhalten, die Leistungsentwicklung und das Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler hat. Inzwischen ist die Fortführung der bestehenden PRIMUS-Schulen gesetzlich geregelt.
Deutlich wird die positive Wirkung durch die Geführten Interviews
(https://www.hsu-hh.de/ivb/wpcontent/uploads/sites/843/2021/12/MMV17-5617.pdf).
Unter anderem wird das Lernen an den PRIMUS-Schulen als ein Lernen in Gemeinschaftlichkeit
beschrieben, die aus der Langjährigkeit von Beziehungen entsteht. Dies zeigt die Bedeutung von Lernen in Beziehungen sowohl zu Mitschüler*innen, die über lange Zeit zusammenbleiben, als auch zu Lehrkräften, die sowohl die Lernerfahrung als auch die Lernergebnisse deutlich positiv beeinflussen. Deutlich wird Letzteres auch insbesondere durch die Beobachtungen, dass unter Schüler*innen von PRIMUS-Schulen ein deutlich höherer Anteil die Berechtigung zum Besuch der Gymnasialen Oberstufe erlangt, als in der Schullaufbahnempfehlung zunächst prognostiziert wurde. Des Weiteren schneiden die bisherigen PRIMUS-Schulen bei Lernstandserhebungen im Vergleich mit anderen Schulen überdurchschnittlich gut ab.
Aus den Interviews lässt sich ebenfalls ableiten, dass Schüler*innen der PRIMUS-Schulen zuversichtlich auf ihren weiteren Bildungsweg blicken, sowohl hinsichtlich des Besuchs einer gymnasialen Oberstufe als auch mit Blick auf eine anschließende Ausbildung.
Mit dem 2013 gestarteten Schulversuch sollen unter wissenschaftlicher Begleitung Erkenntnisse
gewonnen werden, ob Schüler*innendurch längeres gemeinsames Lernen von Klasse 1 bis 10 ohne
Schulwechsel zu besseren Abschlüssen geführt werden können. Möglich sind dabei alle Abschlüsse der Sekundarstufe I, einschließlich der Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. Das Abitur erfolgt anschließend an einer Oberstufe.
Mit dem 19. Schulrechtsänderungsgesetzes soll aktuell die Grundlage für die Errichtung weiterer PRIMUS-Schulen geschaffen werden. Nach Entwurf sind künftig bis zu zehn solcher Schulen möglich.
